IN KÜRZE DIE WÜRZE : GESCHICHTE DES GLASES

Die alten Ägypter waren Monopolisten der Glasproduktion: Sie stellten das höchst wertvolle und begehrte  Material in einem aufwendigen Prozess her. Bereits 1250 v.Chr. verstanden es die Ägypter, aus Quarzsand und Pottasche Glasblöcke herzustellen. Bei 900 Grad wurde im ersten Schritt das zunächst verunreinigte Ausgangsmaterial zu Blöcken geformt und danach im Schmelzvorgang bei mehr als 1000 Grad zu 10 cm dicken Rohlingen verarbeitet.  Der Export in den gesamten Mittelmeerraum sicherte ihnen ein Machtinstrument und eine "diplomatische Währung" zum Schmieden von Allianzen.

Die anfängliche Anfertigung von kleinen Gläsern, Vasen etc. wurde um 200 v.Chr. durch syrische Handwerker erweitert: Die Erfindung der Glasmacherpfeife erlaubte die Herstellung dünnwandiger Hohlgefäße in großer Formenvielfalt. 

Im Mittelalter gelang im Zuge der Völkerwanderung die Technik der Glasherstellung auch in die nordalpinen Provinzen, wobei Venedig rasch eine Monopolstellung innehatte. Neben den Gebrauchsgegenständen wurde im Hochmittelalter Glas zunehmend für die Kirchen und Klöster bei deren Bautätigkeiten produziert. Es entstanden im 17./18. Jh. nördlich der Alpen zunehmend Glashütten, die nach neuen Verfahrensweisen suchten.

Das kostbare Material wurde im Rahmen der Industrialisierung im 19. Jh. effizient weiterentwickelt und hergestellt. Im frühen 20. Jh. begann dann die maschinelle Erzeugung und serielle Glassteinproduktion.